Firmwareupdate einfach erklärt
Ein Firmwareupdate aktualisiert die fest in einem Gerät gespeicherte Systemsoftware. Firmware steuert grundlegende Funktionen von Hardwarekomponenten und bildet die Verbindung zwischen dem Gerät und darüber ausgeführten Anwendungen oder Betriebssystemen.
Firmwareupdates werden unter anderem für Router, Firewalls, Drucker, Server, Festplatten, Smartphones, Netzwerkkameras und das BIOS beziehungsweise UEFI eines Computers bereitgestellt.
Was ist Firmware?
Firmware ist eine spezielle Software, die unmittelbar auf einem elektronischen Gerät oder einer Hardwarekomponente gespeichert ist. Sie sorgt dafür, dass das Gerät startet, seine Komponenten steuert und grundlegende Aufgaben ausführt.
Im Unterschied zu gewöhnlichen Anwendungen ist Firmware eng mit der jeweiligen Hardware verbunden. Ohne funktionierende Firmware kann ein Gerät möglicherweise nicht korrekt starten oder genutzt werden.
Beispiele für Geräte mit Firmware sind:
- Router und Switches
- Firewalls und Access Points
- Drucker und Scanner
- Server und Speichersysteme
- Festplatten und SSDs
- Computer-Mainboards
- Smartphones und Tablets
- Kameras und IoT-Geräte
- Produktions- und Steuerungssysteme
Warum sind Firmwareupdates wichtig?
Firmwareupdates beheben Fehler, schließen Sicherheitslücken und verbessern die Zuverlässigkeit eines Geräts.
Sicherheitslücken schließen
Auch Firmware kann Schwachstellen enthalten. Angreifer können solche Fehler unter Umständen ausnutzen, um Schutzmaßnahmen zu umgehen, Geräte zu manipulieren oder Zugriff auf ein Netzwerk zu erhalten.
Besonders wichtig sind Updates für Geräte, die direkt mit dem Internet verbunden oder aus externen Netzwerken erreichbar sind.
Fehler beheben
Ein Update kann bekannte Probleme beseitigen, beispielsweise:
- Verbindungsabbrüche
- Abstürze oder Neustarts
- fehlerhafte Geräteerkennung
- Probleme mit Speicher oder Netzwerk
- unzuverlässige Hardwarefunktionen
Kompatibilität verbessern
Neue Betriebssysteme, Hardwarekomponenten oder Netzwerkstandards können eine aktualisierte Firmware erfordern.
Ein Firmwareupdate kann beispielsweise dafür sorgen, dass ein Computer einen neuen Prozessor erkennt oder ein Router moderne Verschlüsselungsverfahren unterstützt.
Funktionen erweitern
Hersteller können mit einem Firmwareupdate zusätzliche Funktionen bereitstellen oder vorhandene Funktionen verbessern.
Neue Funktionen sollten jedoch nur dann aktiviert werden, wenn sie tatsächlich benötigt und sicher konfiguriert werden.
Wie wird ein Firmwareupdate durchgeführt?
Der genaue Ablauf hängt vom jeweiligen Gerät ab.
Updates können beispielsweise erfolgen:
- automatisch über eine zentrale Verwaltung
- über die Weboberfläche eines Geräts
- mit einem Updateprogramm des Herstellers
- über das Betriebssystem
- durch Hochladen einer Firmwaredatei
- über einen USB-Datenträger
- während eines Wartungseinsatzes
Vor der Installation prüft das Gerät häufig, ob die Firmware für das jeweilige Modell geeignet und digital signiert ist.
Anschließend wird die bisherige Firmware durch die neue Version ersetzt. Während dieses Vorgangs darf das Gerät in der Regel nicht ausgeschaltet oder von der Stromversorgung getrennt werden.
Welche Risiken bestehen bei einem Firmwareupdate?
Ein Firmwareupdate greift tief in die Funktionsweise eines Geräts ein. Wird der Vorgang unterbrochen oder eine ungeeignete Version installiert, kann das Gerät möglicherweise nicht mehr starten.
Mögliche Risiken sind:
- Unterbrechung der Stromversorgung
- falsche Firmware für das Gerätemodell
- fehlerhaftes Update
- Verlust bestimmter Einstellungen
- Inkompatibilität mit vorhandenen Komponenten
- Ausfall während des Neustarts
- fehlende Möglichkeit zur Rückkehr auf die vorherige Version
Updates sollten deshalb vorbereitet, dokumentiert und möglichst innerhalb eines geplanten Wartungsfensters durchgeführt werden.
Was sollte vor einem Firmwareupdate geprüft werden?
Vor der Aktualisierung sollten Unternehmen folgende Punkte berücksichtigen:
- genaue Gerätebezeichnung und Hardwareversion
- aktuell installierte Firmwareversion
- Hinweise und bekannte Probleme des Herstellers
- unterstützte Updatepfade
- Abhängigkeiten zu anderen Systemen
- voraussichtliche Ausfallzeit
- vorhandene Konfigurationssicherung
- Möglichkeit zur Wiederherstellung
- zuverlässige Stromversorgung
- erforderliche Neustarts
Bei kritischen Geräten sollte das Update zunächst an einem Testsystem oder einem weniger wichtigen Gerät geprüft werden.
Warum sollte die Konfiguration gesichert werden?
Bei Routern, Firewalls, Switches und anderen Netzwerkgeräten sind häufig umfangreiche Einstellungen gespeichert.
Dazu gehören beispielsweise:
- IP-Adressen
- Firewall-Regeln
- Benutzerkonten
- VPN-Konfigurationen
- Netzwerke und VLANs
- Zertifikate
- Zugangsdaten
- Routing-Einstellungen
Vor einem Firmwareupdate sollte die Konfiguration exportiert oder anderweitig dokumentiert werden. Dabei muss geprüft werden, ob eine Sicherung nach dem Update weiterhin kompatibel ist.
Müssen Firmwareupdates regelmäßig installiert werden?
Firmwareupdates sollten nicht grundsätzlich ungeprüft installiert, aber auch nicht dauerhaft aufgeschoben werden.
Unternehmen benötigen einen geregelten Prozess, der neue Versionen erfasst und bewertet. Dabei sind insbesondere Sicherheitsrelevanz, betroffene Geräte, mögliche Betriebsrisiken und Herstellerempfehlungen zu berücksichtigen.
Kritische Sicherheitsupdates für öffentlich erreichbare Systeme sollten normalerweise besonders schnell geprüft und umgesetzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Firmwareupdate und Softwareupdate?
Ein Softwareupdate aktualisiert gewöhnliche Anwendungen oder Betriebssysteme.
Ein Firmwareupdate aktualisiert dagegen die hardwarenahe Software eines Geräts oder einer Komponente.
Die Grenzen können sich überschneiden. Bei Smartphones oder Netzwerkgeräten enthält ein bereitgestelltes Update häufig sowohl Firmwarebestandteile als auch Betriebssystem- oder Anwendungsaktualisierungen.
Was passiert bei Geräten ohne Herstellerunterstützung?
Stellt ein Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr bereit, können bekannte Schwachstellen dauerhaft bestehen bleiben.
Solche Geräte sollten besonders geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden. Das gilt vor allem für:
- Router und Firewalls
- Netzwerkgeräte
- Überwachungskameras
- IoT-Geräte
- Serverhardware
- aus dem Internet erreichbare Systeme
Ein technisch noch funktionierendes Gerät ist nicht automatisch weiterhin sicher.
Fazit
Ein Firmwareupdate aktualisiert die hardwarenahe Software eines Geräts. Es kann Sicherheitslücken schließen, Fehler beheben, die Kompatibilität verbessern und neue Funktionen bereitstellen.
Da ein fehlerhaftes oder unterbrochenes Update zu Ausfällen führen kann, sollten Firmwareupdates kontrolliert geplant werden. Dazu gehören die Verwendung offizieller Herstellerquellen, eine Sicherung der Konfiguration, ein geeignetes Wartungsfenster und die anschließende Funktionsprüfung.

